Air Seychelles nimmt vorübergehend Langstreckenflüge nach Paris wieder auf, was durch die Anmietung einer Boeing 787-9 von Etihad Airways ermöglicht wird. Diese ungewöhnliche Vereinbarung verdeutlicht die Nachwirkungen der jüngsten Instabilität im Flugverkehr im Nahen Osten, die dazu geführt hat, dass kleinere Fluggesellschaften wie Air Seychelles darum kämpfen, die internationale Konnektivität aufrechtzuerhalten. Der Dienst verkehrt vom 22. März bis 29. April 2026 dreimal wöchentlich mittwochs, freitags und sonntags nach folgendem Fahrplan:

  • HM1008: Mahe (SEZ) nach Paris (CDG), Abfahrt 9:00 Uhr, Ankunft 17:30 Uhr.
  • HM1007: Paris (CDG) nach Mahe (SEZ), Abfahrt 19:30 Uhr, Ankunft 7:30 Uhr (+1 Tag).

Die Strecke mit einer Länge von 4.871 Meilen umfasst einen 10-stündigen und 30-minütigen Flug nach Frankreich und einen 10-stündigen Flug auf die Seychellen. Die Etihad 787-9 bietet Platz für 290 Passagiere, davon 28 in der Business Class und 262 in der Economy Class.

Der Kontext: Warum das wichtig ist

Die Seychellen sind stark vom Tourismus abhängig, und Störungen bei Flügen über Drehkreuze am Golf – gemeinsame Transitpunkte für viele Routen – wirken sich direkt auf ihre Wirtschaft aus. Die Flotte von Air Seychelles besteht aus kleineren Regionalflugzeugen (Airbus A320neos und DHC-6 Twin Otters) und ist daher nicht in der Lage, Langstreckenziele eigenständig anzufliegen. Leasing von Etihad bietet eine kurzfristige Lösung, während der weltweite Flugverkehr volatil bleibt.

Die Vereinbarung ist für beide Seiten von Vorteil: Air Seychelles kann den Flugbetrieb aufrechterhalten und Etihad kann ein Flugzeug monetarisieren, dessen Nachfrage aufgrund anhaltender regionaler Konflikte möglicherweise begrenzt ist. Der Betrieb wird im Wet-Lease-Verfahren durchgeführt, was bedeutet, dass Etihad-Crews die Flüge durchführen.

Laut Sandy Benoiton, CEO von Air Seychelles, ist die Paris-Route „ein wichtiger Meilenstein für die internationale Konnektivität des Landes“ und bietet eine bequeme Reisemöglichkeit für Besucher und Seychellen gleichermaßen.

Eine Rückkehr in die Vergangenheit

Dieser Schritt stellt eine Wiederbelebung einer Route dar, die Air Seychelles zuvor bis 2018 betrieben hatte. Damals hielt Etihad einen Anteil von 40 % an der Fluggesellschaft und drängte auf eine Expansion, einschließlich Langstreckenflügen mit Airbus A330. Eine Umstrukturierung im Jahr 2018 führte jedoch zur Streichung dieser Strecken und zur Rückkehr der A330.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Etihad nun ein Flugzeug an Air Seychelles vermietet, obwohl es kein Kapital mehr an der Fluggesellschaft hält. Es deutet eher auf eine pragmatische Geschäftsentscheidung als auf eine strategische Partnerschaft hin. Etihad verkaufte seinen Anteil im Jahr 2021, die Unternehmen pflegen jedoch eine Arbeitsbeziehung.

Fazit

Air Seychelles nimmt vorübergehend die Flüge nach Paris mit einer Boeing 787-9 von Etihad wieder auf, eine Reaktion auf Störungen im weltweiten Flugverkehr und die begrenzte Flottenkapazität der Fluggesellschaft. Der Schritt unterstreicht die Anpassungsfähigkeit kleinerer Fluggesellschaften in einem volatilen Markt sowie die fortgesetzte (wenn auch nun rein kommerzielle) Beziehung zwischen Air Seychelles und Etihad. Dieser Dienst wird voraussichtlich nur für eine begrenzte Zeit verfügbar sein und eine vorübergehende Lebensader für den Tourismus und die internationale Konnektivität darstellen.