Vor dreißig Jahren galt das Konzept des „Luxus-Rucksackfahrens“ in der Hotelbranche als Witz. Als Bernhard Bohnenberger – in der Branche als „BB“ bekannt – mit dem Aufbau der Marke Six Senses begann, machten sich Kritiker über seinen Ehrgeiz lustig, Premium-Preise für Erlebnisreisen der Spitzenklasse zu verlangen. Zu dieser Zeit sahen die Investoren seine Vision als aus den Fugen geraten, und selbst seine eigenen Geschäftsführer ersetzten stillschweigend lokale Annehmlichkeiten durch importiertes französisches Luxuswasser, aus Angst, dass die Gäste alles andere als traditionelle Opulenz ablehnen würden.

Heute ist diese Skepsis verschwunden. Der Markt hat Bohnenbergers Vision eingeholt: Was einst 1.000 Dollar pro Nacht kostete, kostet jetzt 5.000 Dollar. Nach dem 300-Millionen-Dollar-Verkauf von Six Senses an IHG im Jahr 2019 hat Bohnenberger fünf Jahre lang ein neues Unternehmen aufgebaut, das eine wachsende Lücke im High-End-Markt schließen soll.

Von Opulenz zu Authentizität

Bohnenbergers neues Projekt, die Discover Collection, ist keine bloße Fortsetzung von Six Senses. Stattdessen sei es eine Reaktion auf das, was er als „spirituelle Aushöhlung“ des modernen Luxussektors bezeichnet.

Da Luxusreisen standardisierter und ausgefeilter geworden sind, hat es wohl seine Seele verloren. Der aktuelle Trend beim Reisen für sehr vermögende Menschen verlagert sich weg von vergoldeten Wasserhähnen hin zu intellektueller und emotionaler Bereicherung. Bohnenberger richtet sich an eine bestimmte Zielgruppe: den erfahrenen Reisenden, der traditionellen Luxus erlebt hat, dem es jedoch an Substanz mangelt.

Der neue Luxusstandard: Fachwissen statt Service

Ziel der Discover Collection ist es, passiven Konsum durch aktives, von Experten geleitetes Engagement zu ersetzen. Der Unterschied liegt in der Qualität des Erlebnisses:

  • Traditioneller Luxus: Ein Gast geht mit einem Standard-Tauchlehrer tauchen.
  • Das Discover-Modell: Ein Gast geht mit einem Meeresbiologen tauchen.

Diese Verschiebung verdeutlicht einen umfassenderen Trend in der Hotelbranche: den Übergang von Service (Dinge für Sie erledigen lassen) zu Zugang (einzigartige, von Experten geleitete Erfahrungen machen). Für die Discover Collection wird Luxus durch die Tiefe des Wissens und die Seltenheit der Verbindung zum Reiseziel definiert und nicht durch den Markennamen des Mineralwassers auf dem Nachttisch.

Warum das für die Branche wichtig ist

Bohnenbergers Wechsel signalisiert eine Reifung von