Das US-Verkehrsministerium (DOT) prüft eine umfassende Neugestaltung des Washington Dulles International Airport, möglicherweise einschließlich eines neuen „Donald J. Trump Terminals“ und einer vollständigen Überarbeitung seiner Transitsysteme. Die Initiative, die von DOT-Beamten als Vorstoß zur „Wiederbelebung“ des Flughafens „im Tempo von Trump“ dargestellt wurde, ging aus einem kürzlich durchgeführten „Informationsanfrage“-Prozess hervor, der am 20. Januar abgeschlossen wurde.
Die Vision: Luxus, Geschwindigkeit und Branding
Zu den Einsendungen gehörten detaillierte Darstellungen eines neuen Terminals, das bestehende Parkflächen ersetzen und die Zugangszeiten für Fußgänger von der U-Bahn-Station Silver Line verkürzen soll. Die Kernidee besteht darin, Dulles in ein High-End-Reisezentrum zu verwandeln. Das bestehende, von Eero Saarinen entworfene Hauptterminal würde für Luxuseinzelhandel und hochkarätige Veranstaltungen umfunktioniert, während ein neuer Y-förmiger Pier den erweiterten Flugbetrieb abwickeln würde.
Die Vorschläge sehen auch vor, das derzeitige mobile Lounge-System durch automatisierte Züge zu ersetzen, einschließlich eines Konzepts mit dem Namen „Direct Jet Transport“ (DJT) in Anspielung auf Donald Trump. Einige Designs verfügen über autonome Gondeln, die in unterirdischen Straßen für den Schnelltransport betrieben werden.
Warum jetzt? Bestehende Mängel beheben
DOT-Beamte führten mehrere Probleme an, die zu einer möglichen Überarbeitung führten:
- Veralteter Nahverkehr: Das Personenbeförderungssystem des Flughafens ist langsam und ineffizient.
- Betriebsprobleme: Treibstoffgeruch in den Wartehallen und begrenzte Gate-Kapazität am Hauptterminal.
- Ästhetische Bedenken: Das DOT stellt den aktuellen Zustand von Dulles als „verfallen“ dar.
Diese Mängel sind besonders bemerkenswert, da die Bundesregierung Eigentümer von Dulles ist, der Betrieb jedoch für die nächsten 74 Jahre an die Metropolitan Washington Airports Authority (MWAA) verpachtet ist. Die MWAA zeigte sich überrascht über die Ankündigung des Bundesplans und gab an, dass sie nicht vollständig über die Initiative informiert sei.
Umfang und Finanzierung: Ein 55-Milliarden-Dollar-Vorschlag?
Einige Vorschläge sind mit enormen Kosten verbunden, die möglicherweise 55 Milliarden US-Dollar übersteigen. Ein solches Projekt könnte das Saarinen-Terminal als Museum und VIP-Lounge erhalten und gleichzeitig alle operativen Flüge in den neuen Komplex verlagern.
Ein Anwärter, „TRUMP Airports“, schlägt ein „Head of State Terminal“ neben einem vollständig vernetzten Zugsystem und einem Mikronetz vor, das überschüssigen Strom in das lokale Netz zurückspeisen kann.
Legislative Dynamik: Jenseits von Dulles
Der Vorstoß, Verkehrsknotenpunkte nach Donald Trump umzubenennen, geht über Dulles hinaus. In Florida gewinnt der Gesetzentwurf 706 des Senats an Bedeutung, der darauf abzielt, den Palm Beach International Airport in „Donald J. Trump International Airport“ umzubenennen. Die Anhörung des Gesetzentwurfs im Ausschuss ist für den 27. Januar 2026 geplant, was auf eine schnelle Dynamik hindeutet. Ein früherer Versuch, Dulles vollständig umzubenennen (H.R. 691), scheiterte im Luftfahrt-Unterausschuss des Repräsentantenhauses, aber der allgemeine Trend, große Infrastrukturprojekte nach dem ehemaligen Präsidenten zu kennzeichnen, ist klar.
Das DOT hat diese Vorschläge mit der MWAA geteilt, aber die Finanzierung bleibt ein entscheidendes Hindernis. MWAA investiert bereits Milliarden in seine eigenen Modernisierungspläne, und die Bundesinitiative könnte diese Bemühungen entweder beschleunigen oder erschweren.
Der Plan wirft Fragen zur Rolle der Bundesaufsicht bei regionalen Infrastrukturprojekten auf. Wenn es umgesetzt würde, würde es den Flughafen Dulles radikal umgestalten und Luxus, Geschwindigkeit und eine eindeutige politische Marke in den Vordergrund stellen.