Das DoubleTree by Hilton in der Innenstadt von St. Paul schloss heute abrupt seine Türen für Gäste und forderte alle auf, bis Mittag auszuchecken. Als Grund nannte das Hotel „erhöhte Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit“, ein Schritt, der die eskalierenden Spannungen in der Region Minneapolis-St. Paul-Gebiet über die Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen des Bundes.

Druck auf das Gastgewerbe inmitten von Unruhen

Der Verschluss ist nicht isoliert. Hotels in der gesamten Region stehen aufgrund der anhaltenden Proteste und einer vermeintlichen Verbindung mit Bundesagenten zunehmend unter Druck. Berichten zufolge waren in einigen Einrichtungen Mitarbeiter der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) untergebracht, was sie zu Zielen von Demonstranten und Vandalismus machte. Dies hat zu einem erhöhten Risikogefühl sowohl bei Gästen als auch bei Immobilieneigentümern geführt.

DoubleTree bot vertriebenen Gästen zwei Möglichkeiten: eine volle Rückerstattung für den Aufenthalt der vorherigen Nacht oder Unterstützung bei der Sicherung einer alternativen Unterkunft zum gleichen Preis für die erste Nacht. Dies deutet darauf hin, dass das Hotel darauf abzielte, die Haftung und potenzielle Schäden zu mindern, anstatt eine langfristige Lösung anzubieten. Auf Buchungsplattformen ist das Hotel derzeit bis zum 21. Januar geschlossen, die Situation bleibt jedoch ungewiss.

Eskalierende Konfrontationen über die Einwanderungspolitik

Die Unruhen sind auf anhaltende Konfrontationen über bundesstaatliche Einwanderungsoperationen zurückzuführen, insbesondere über die „Operation Metro Surge“. Die tödliche Erschießung von Renee Good durch einen ICE-Agenten in Minneapolis am 7. Januar verschärfte die Spannungen zusätzlich. Die Proteste wirkten sich direkt auf Hotels in der Innenstadt aus. Menschenmengen durchbrachen die Sicherheitsvorkehrungen im Canopy Hotel und beschädigten Fahrzeuge auf Hotelparkplätzen, insbesondere in Eagan, wo viele Autos „von Bundesangestellten“ angegriffen wurden.

Die Situation zeigt ein klares Muster: Hotels, die als Unterkunft für Bundespersonal wahrgenommen werden, sind zunehmend anfällig für direkte Aktionen von Demonstranten.

Umfassendere Auswirkungen auf lokale Unternehmen

Das Problem geht über Hotels hinaus. Dutzende Restaurants in der Gegend haben geschlossen, einige aus Angst vor Demonstrationen, andere aus Sorge, dass ihre Mitarbeiter ins Visier der Einwanderungsbehörden geraten könnten. Mehrere Betriebe tragen inzwischen „No ICE“-Schilder. Diese Angst ist so weit verbreitet, dass Berichten zufolge rund 80 % der von Einwanderern geführten Unternehmen entlang der Hauptverkehrsstraßen in Minneapolis und St. Paul in der vergangenen Woche geschlossen haben.

Das Department of Homeland Security warf kürzlich einem Hampton Inn diskriminierende Praktiken vor, nachdem es Reservierungen für ICE-Personal storniert hatte. Als das Hotel sich weigerte, den Aufforderungen von Hilton nach einer Verhaltensänderung nachzukommen, wurde es aus der Kette entfernt.

Die plötzliche Schließung des DoubleTree in Kombination mit umfassenderen Geschäftsschließungen verdeutlicht die schwerwiegenden Auswirkungen der Spannungen bei der Einwanderungsbestimmungen auf die Strecke Minneapolis-St. Paul Wirtschaft und öffentliche Sicherheit. Die Situation unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen Bundesoperationen, lokalen Protesten und dem Gastgewerbe, das in der Mitte steckt.