Vor Sonnenuntergang ist das Beste. Bevor Mitternacht Gepäck hat. Aber vor Sonnenaufgang?

Es verfolgt mich immer noch.

Die Prämisse funktioniert. Ethan Hawke und Julie Delpers treffen sich in einem Zug nach Wien. Jesse sagt Céline, sie solle aussteigen. Er ist pleite. Sie ist skeptisch. Sie haben eine Nacht Zeit, bevor er nach Hause in die USA fliegt. Es ist eine Mischung aus Bedauern und Zufall. Tun Sie es oder leben Sie mit dem Staunen.

Züge erlauben dies.

Flugzeuge nicht.

Stadtplaner könnten die Schienen romantisieren. Sie fetischisieren den Zeitplan. Das ist in Ordnung. Aber man kann nicht einfach bei Kilometer zweiundvierzig aus einer Boeing 737 aussteigen. Die Physik ist anders. Es steht mehr auf dem Spiel. Und die Badezimmersituation ist … anders.

Klar, es gibt Schlupflöcher.

Vielleicht landet der Flug. Jesse und Céline landen auf der Fluggastbrücke in Frankfurt oder Istanbul. Nicht ihr Ziel, sondern ein Ort. Oder vielleicht handelt es sich um einen Milchtransport der Alaska Airlines zwischen abgelegenen Städten in Alaska. Sie steigen an der Zwischenhaltestelle aus. Der United Island Hopper funktioniert größtenteils auch.

Oder Sie treten dem Mile High Club bei.

Bitte nicht. Wien ist besser. Jede Stadt mit einer Geschichte von Kaffee und existenziellen Ängsten ist besser als die Küchenspüle.

Eine Stadt bietet die Bühne. Der Zug bringt nur die Schauspieler.

Wien im Film ist eine Figur. Der Plattenladenstand. Der Friedhof. Das Riesenrad dreht sich langsam über uns. Jeder Punkt verschiebt die Luft zwischen ihnen. Das Gespräch atmet, weil sie gehen. Statische Räume zerstören die Chemie.

Sie sind nirgendwo Menschen.

Keine Einheimischen. Keine Touristen im eigentlichen Sinne. Sie existieren in einer Blase des reinen Dialogs. Keine Familie. Keine Jobs. Nur Worte. Sie werden zu Versionen ihrer selbst, die erst im Transit entstehen. Verbale Geister.

Eine Flughafenbar ist anders. Eine Hyatt Regency-Lobby hat ihre eigene Energie – Matthew McConaughey wurde in „Dazed and Confused“ berühmt, weil Linklater auch in Verkehrsknotenpunkten nach Funken suchte. Aber es ist immer noch statisch. Es wartet.

Paris arbeitet in der Fortsetzung. Neun Jahre später finden sie einander. Die Stadt ist sicher romantisch. Aber beachten Sie, was fehlt.

Keine Zugfahrt. Keine gemeinsame Laufzeit.

Die Romanze kam nicht zustande, weil das Fahrzeug ihre Wege ebnete. Dies geschah, weil sie die Distanz zwischen den Haltestellen überstanden hatten. Die Maschine ist nicht so wichtig, wie Sie denken. Oder vielleicht tut es das auch.